Der Fischer und seine Frau sind reich! Szene aus dem Tufa-Weihnachtstheaterstück mit Jan Krüger und Regina Schrott. © Foto: Anke Emmerling, Tufa

Märchenstunde mit Spaß, Magie und Poesie

Als Weihnachtstheaterstück für Kinder ab vier Jahren zeigt die Tufa ab kommendem Wochenende "Vom Fischer und seiner Frau". Florian Burg inszeniert das Märchen in einer Fassung von Erpho Bell als moderne Parabel über Gier und Maßlosigkeit. Dabei setzt er auf Spaß, Magie und Poesie.

Ein glückliches Paar. Könnte man man meinen. Ein Butt, der einem Fischer ins Netz geht, ist ein magisches Tier und erfüllt Wünsche. Doch das Streben nach mehr und immer mehr lässt die Glückseligkeit kippen. Diese Geschichte aus Grimms Märchen bringt Regisseur Florian Burg in einer modernisierten Fassung auf die Bühne, nach einer Vorlage von Erpho Bell, der auch den Text zur Tufa-Produktion "Pinocchio" geschrieben hat. "Sie stellt in spielerischer Form unsere heutige Welt dar", erklärt er.
Anders als bei den Brüdern Grimm ist nicht mehr nur die Frau gierig, sondern auch der Mann. Sie streben nach Konsumgütern, nach Reichtum und politischer Macht. Neu ist auch, dass mit jedem "Mehr" ihre Angst vor Verlust steigt und das panische Bemühen, alles abzusichern. Als sie aber schließlich Gott werden wollen, bricht eine Naturkatastrophe herein - und sie sitzen wieder dort, wo sie am Anfang waren. "Das Stück vermittelt, dass unsere Lebensweise Auswirkungen hat, und dass wir Rücksicht nehmen müssen, hebt aber nicht den Zeigefinger: Seht, das habt ihr von eurer Gier", erläutert Florian Burg.
Mit seiner 55-minütigen Inszenierung will er die ganze Familie, besonders aber Kinder von vier bis etwa elf Jahren ansprechen. Sie setzt auf Überzeichnung, so dass auch die Jüngsten, die aktuelle Bezüge und Begriffe wie "Kanzlerin" oder "Finanzkrise" noch nicht verstehen, viel Spaß haben. Da gibt es jede Menge Gags, temporeiche Slapstick-Szenen und Gelegenheit, mitzumachen. Kinder werden als Meer, Möwen oder mit Kuscheltieren beschenktes Wahlvolk einbezogen. Sie dürften auch größte Freude am bunten Butt haben, der für das magisch-märchenhafte Moment der Geschichte sorgt. Gesungen wird im Stück nicht. Musik wird wie farbige Beleuchtung oder Spezialeffekte nur zur atmosphärischen Untermalung eingesetzt. Die Schauspieler sind Jan Krüger, bekannt als Centurio oder Gladiator Valerius bei den Erlebnisführungen in Porta Nigra und Amphitheater, sowie Regina Schrott aus Wien, die schon bei den Salzburger Festspielen mitgewirkt hat.

Extra

Premiere ist am Samstag, 24. November, 16 Uhr, im kleinen Saal der Tufa. Autor Erpho Bell ist anwesend. Weitere Termine: 25. November, 2., 16., 30. Dezember jeweils um 11 Uhr sowie 8., 9., 23., 26. und 29. Dezember jeweils um 16 Uhr. Schulvorstellungen gibt es vom 26. November bis 7. Dezember, Anfrage unter Telefon 0651/7182416.

 

Extra

In diesem Jahr zeigt euch die Tufa in Trier das Weihnachtstheaterstück "Vom Fischer und seiner Frau". Ihr kennt die Geschichte vielleicht schon aus Grimms Märchenbuch: Ein Fischer und seine Frau wohnen in einem Haus am Meer. Und dort fängt der Fischer eines Tages einen großen Fisch. Er wirft ihn aber zurück ins Wasser, weil er anders ist als andere Fische. Er kann sprechen und zaubern. Die Frau des Fischers hat deshalb die Idee, dass er ihnen einen Wunsch erfüllen könnte. Der Fischer geht hin und wünscht sich ein Haus mit Garten. Sie bekommen es, sind aber nicht lange zufrieden. Denn wie die meisten Menschen wollen sie immer mehr, schöne Autos, Kleider und vor allem Geld. Der Fisch gibt ihnen alles. Aber dann wünschen sie sich auch noch, Gott zu sein ... Wie das ausgeht, verraten wir euch hier noch nicht. Nur so viel: Ihr könnt euch auf ein lustiges Stück freuen. Es gibt viel zu lachen, wenn zum Beispiel der Fischer und seine Frau ihr Geld unters Sofa stopfen. Es gibt auch viel zu staunen, wenn der große bunte Wunderfisch auftaucht. Und ihr dürft kräftig mitmachen! Übt am besten schon einmal, wie Möwen zu schreien.

Flyer der Aufführung in der Tufa in Trier
Szenenfoto mit Jan Krüger und Regina Schrott. © Foto: Anke Emmerling, Tufa
Szenenfoto mit Jan Krüger und Regina Schrott. © Foto: Anke Emmerling, Tufa